Fettsäureabbau
Jeder Mensch benötigt Energie. Diese wird in den Muskeln für Belastungen bereitgestellt.
Die Bereitstellung der Energie erfolgt im Rahmen der Fettverbrennung. Die in den Muskelzellen und im Unterhautfettgewebe vorhandenen Triglyceride aus der Gruppe der Nahrungsfette gelten als Energiespeicher und werden unter Beteiligung von Sauerstoff abgebaut. Wir sprechen hier vom Fettsäureabbau. Der Abbau der Fettsäuren geht schrittweise in verschiedenen Reaktionen vonstatten und es wird hierbei viel Energie für den Körper frei, mehr als beim Abbau von Glucose.
Der Mensch hat in seinem Fettgewebe mehrere Kilogramm Triglyceride gespeichert. Diese decken je nach Größe, Alter und Gewicht der Person den Energiebedarf von bis zu 40 Tagen ab. Triglyceride bestehen aus einem Glycerinmolekül, das mit drei Fettsäuren verknüpft ist.
Sie werden im Darm aus der Nahrung aufgespalten (Fettsäureabbau) und kommen als Fettpartikelchen im Blut zu den verschiedenen Organen. In der Leber können Triglyceride selbst produziert werden. Aus der Leber werden sie als VLDL-Körperchen ebenfalls im Blut zu den Organen transportiert .
Beim Konsum von Alkohol kommt es zu einer Einschränkung des Fettsäureabbaus in der Leber und gleichzeitig zu einer erhöhten Neubildung von Fettsäuren. Diese lagern sich in der Leber ab. Geschieht dies oft, kommt es im Laufe der Zeit zu einer Fettleber.
Ein weiterer wichtiger Begriff beim Fettsäureabbau sind die Ketone. Ketone sind der Sammelbegriff für Aceton, ß-Hydroxybuttersäure und Acetessigsäure. Sie entstehen während des Fettsäureabbaus vermehrt im Hungerzustand und bei Insulinmangel. Wenn im Blut zu viele Ketonkörper vorhanden sind, kommt es zu einer Übersäuerung des Blutes und das beim Fettsäureabbau entstehende Aceton wird, wenn hohe Konzentrationen vorhanden sind, ausgeatmet. Es kommt zu Mundgeruch. Wir haben ja schon davon gehört, dass diese Begleiterscheinungen bei Fastenkuren und bei Diabetikern oftmals auftreten. Diabetiker haben oft einen gestörten Fettstoffwechsel. In der Leber des Diabetikers findet dann ein verstärkter Fettsäureabbau statt. Die dabei entstehenden Stoffe, die normalerweise für die Energiegewinnung bereitgestellt werden, können bei stark erhöhter Konzentration nicht mehr vollständig abgebaut werden und werden über den Urin ausgeschieden.
Bei einem ausgeprägten Kohlenhydratmangel, also auch bei einem Glucosemangel, werden verstärkt Fettsäuren zur Energiegewinnung abgebaut. Daher neigen Menschen, die zu wenig oder kaum Kohlenhydrate essen durch den vermehrten Fettsäureabbau zur Übersäuerung. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung. Durch erhöhten Zuckerkonsum wird der Fettsäureabbau eingeschränkt oder sogar blockiert. Das hat wiederum zur Folge, dass nicht genügend Energie in den Muskeln und Organen bereitgestellt werden kann. Also verlangt der Körper Nachschub, es entsteht Heißhunger.
Milchzucker hemmt oder blockiert dagegen den Fettsäureabbau nicht. Er findet sich in hoher Konzentration in der Molke. Ab und zu einen Fruchtmolkedrink zu sich zu nehmen ist damit ein wertvoller Dienst für unsere Gesundheit und für einen ausgewogenen Fettsäureabbau.
Natürlich spielt auch die Bewegung eine große Rolle, da über die Muskeln der Energieverbrauch stattfindet und somit der Fettsäureabbau angekurbelt wird.
